Pflegenotstand im Krankenhaus

Ein Artikel aus dem Bayrischen Rundfunk steht symptomatisch für das System der Gesundheitspolitik. Viele Krankenhausgesellschaften sind, ähnlich wie die privaten Träger von Pflegediensten und Altenheimen, börsennotierte Unternehmen, die ihren Aktionären möglichst attraktive Dividenden versprechen wollen.

Eins dieser Auswüchse ist das G-DRG System, in dem Leistungen nach
Diagnosen und nicht nach den individuellen Bedürfnissen der
Patient’innen bezahlt werden.

Um sich trotz der gestiegenen Multimorbidität und damit den immer komplexeren Problemen der Patient’innen finanziell über Wasser halten zu können, sind Krankenhäuser auf immer mehr, gestückelte und komplizierte Dokumentation angewiesen.

Das nimmt den Angehörigen der Gesundheitsberufe wertvolle
Zeit, die ihnen dann da fehlt, wo es wirklich wichtig ist.

Aus den Nachrichten erfahren wir immer wieder, dass in Krankenhäusern freie Betten gesperrt, ganze Stationen geschlossen oder abgemeldet werden. Besonders auf Intensivstationen kommt es hier immer wieder zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen, da die medizinische Versorgung aufgrund der Personalknappheit nicht mehr gewährleistet werden kann.

Gleichzeitig unterliegen auch nicht-private Krankenhäuser dem
Wirtschaftlichkeitsgebot nach SGB V und kämpfen mit den Folgen von politischen Entscheidungen, denen Wünsche nach Effizienz und möglichst geringen Kosten zu Grunde liegen.

Die vom Gesetzgeber verordneten Personaluntergrenzen haben teils drastische Auswirkungen auf den Klinikalltag, wie ein Vorabbericht aus dem „Krankenhausbarometer“ der Deutschen Krankenhausgesellschaft zeigt.

Hier steht nicht der Mensch, sondern der Gewinn im Vordergrund des Interesses. Das Kernmotto des Pflegebündnisses Münster lautet daher:

Menschenwürdige Pflege vor Profite!